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Im 21. Jahrhundert lässt es sich nur schwer auf IT verzichten. Aber für welche Lösung soll man sich entscheiden? Ein einfaches Papierdossier, kombiniert mit einem elektronischen Abrechnungssystem, oder ein komplett elektronisches Patientendossier? Und falls die Wahl auf ein elektronisches Patientendossier fällt, dann auf welches?


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Elektronische Patientendossiers – fehlende Standards

So überraschend es auch erscheinen mag: Derzeit existiert keine weltweite Referenz für ein standardisiertes, modulares, interoperables, universelles elektronisches Patientendossiersystem. Initiativen zur Standardisierung, wie IHE, HL7 oder CDA, gibt es zwar, ihre praktische Anwendung ist jedoch bisher sehr begrenzt. In der Schweiz befasst sich das eHealth-Koordinationsorgan zwischen der Eidgenossenschaft und den Kantonen gerade mit der Ausarbeitung von Empfehlungen und Standards. Die Auswahl eines elektronischen Patientendossiersystems ist ein heikles Unterfangen, das in den spezifischen Praxisablauf eingebunden werden muss, und eine Investition, die sich auf Dauer lohnen und deshalb harmonisch erweiterbar sein sollte.


Aufgrund der fehlenden Standards ist ein Vergleich der verschiedenen elektronischen Patientendossiersysteme schwierig und es ist nicht gesagt, dass in Zukunft die Daten einer Software mit einem Netzwerk verbunden und/oder auf eine andere Software übertragen werden können (auch wenn bereits Initiativen bestehen, wie z. B. www.smeex.ch, www.smerf.ch).

 

Das elektronische Patientendossiersystem in der Schweiz

Derzeit existieren in der Schweiz über 20 Softwaresysteme: Achilles, curaPrax, emed, Handy Patients Entreprise, MCS Medical Computer, Mediboard, Mediway, MédiACT, Medigest, Medionline, mFmed EVOLUTION, Mediwin CB, Pluus, PsiMed lite, PsiMED, DosMED, siMed, Tangerine, TriaMed, Vitomed et WinMed.

Auf unserer Website finden Sie eine umfassende Präsentation von: amétiq GmbH, Ärztekasse Genossenschaft, Axon Lab AG, Handylife und MediData.

 

Definieren Sie Ihre Bedürfnisse


Welche Funktionen?


Zunächst ist festzustellen, dass sich diese Softwarelösungen stark voneinander unterscheiden. Bei einigen handelt es sich um rein administrative Anwendungen, die Patientenverwaltung und Abrechnung ermöglichen, jedoch keine echten strukturierten Patientendossiers anbieten. Aufgrund ihrer grossen Vielfalt ist ein Vergleich sehr schwierig. Insofern wäre es wünschenswert, dass der jährlich von FMH Services herausgegebene Katalog für medizinische Software eine bessere Systematisierung in den Bereichen Verwaltung, Medizin und Vernetzung der bei den einzelnen Anbietern erhältlichen Module präsentiert.

Der allererste Schritt besteht also darin, die Segmente des Patentiendossiers zu definieren, die auf EDV umgestellt werden sollen. Sobald diese ausgewählt wurden, ist der IT-Anbieter aufzufordern, die Anwendung der einzelnen Lösungen zu demonstrieren, falls möglich im realen Praxisumfeld eines Kollegen, der bereits damit Erfahrungen gesammelt hat: Dies sollte die Grundlage Ihrer Überlegungen und Gespräche sein. Dieser Schritt mag selbstverständlich erscheinen, ist aber von wesentlicher Bedeutung. Wenn Sie Ihre Erwartungen an die Software nicht präzise definieren, werden Sie bei der Präsentation eines Programms nicht feststellen können, was die Software bietet und welche von Ihnen gewünschten Funktionen fehlen.

Kurz und knapp: Ein einfache Patientenverwaltungs- und Abrechnungssoftware oder eine Komplettlösung mit elektronischem Patientendossier? Ist sie ergonomisch und benutzerfreundlich? Passt sie zu meinem Fachgebiet? Ermöglicht sie es, die Daten wie gewünscht zu organisieren (Auflistung von Problemen, Auflistung von Behandlungen)? Kann sie elektronische Rezepte erstellen und dabei die Wechselwirkungen prüfen? Bietet sie eine Abrechnung über externe Stellen (Ärztekasse, Medidata)? Enthält sie einen Terminplaner? Bietet sie ein System für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Praxismitgliedern? Ermöglicht sie es, Daten aus anderen Informationsquellen einzubinden (und nicht nur zu speichern)? Besteht die Möglichkeit einer Fernabfrage und integriert das Programm Mobilgeräte? Erlaubt sie, Informationen mit anderen Partnern und mit dem Patienten zu teilen?


Das Betriebssystem

Eine weitere Einschränkung kann das Betriebssystem darstellen. Die Softwarelösung siMed von Amétiq kann nur auf Mac OS betrieben werden. Für diejenigen, die eine webbasierte Lösung suchen, eignet sich curaPrax von curabill oder Medionline der Ärztekasse.


Der Anbieter

Hinter jeder Software steht ein Anbieter... Erfahren Sie mehr über ihn! Grösse des Unternehmens? Ruf? Niederlassung in der Deutschschweiz? Website in deutscher Sprache? Qualität und Verfügbarkeit von Kundenservice, Hotline etc.?

 

Fragen Sie Ihre Kollegen

Dieser Schritt erfordert einen gewissen Zeit- und Energieeinsatz. Dennoch können Sie im Austausch mit Ihren bereits niedergelassenen Kollegen erfahren, für welche Lösung diese sich entschieden haben und weshalb, ob sie damit zufrieden sind und welche Funktionen sie sich zusätzlich wünschen würden.

 

Bitten Sie um eine Vorführung Ihrer bevorzugten Softwarelösungen

Dies ist ein wichtiger Schritt, um herauszufinden, was die Software bietet und was nicht, und um ihre Benutzerfreundlichkeit zu testen. Die Funktionsweise Ihrer Software wird sowohl einen Einfluss auf Ihre Arbeitsweise als auch auf Ihre gesamte Praxis haben. Versuchen Sie sich so präzise wie möglich vorzustellen, wie Sie und Ihre Mitarbeiter mit dieser Software arbeiten etc.


In Zukunft sollte es auch möglich sein, Informationen auf der Website des Instituts für Praxisinformatik (www.praxisinformatik.ch) zu finden. Die Informationen auf dieser Website sind derzeit im Wesentlichen theoretischer Natur.

 

amétiq ag

Seit über 15 Jahren bietet amétiq Administrationslösungen für Arztpraxen, Gemeinschaftspraxen und Privatkliniken auf der Plattform Apple Macintosh an. Es ist das Ziel der Firma, ihre Kunden, mit professionellen und innovativen Lösungen für Software und Hardware aus einer Hand zu bedienen. Computerarbeit soll Freude bereiten und Sie optimal in Ihren Arbeitsprozessen unterstützen. Es ist das Ziel der amétiq, ein vertrauenswürdiger, langjähriger Partner zu sein, auf den Sie sich verlassen können. weitere Informationen

Ärztekasse

Die Anforderungen an die Software und Informatik sind von Praxis zu Praxis unterschiedlich. Die Ärztekasse bietet verschiedene Software-Typen und Dienstleistungen an, die ganz nach den Bedürfnissen der Praxis eingesetzt werden können und die interne sowie externe Kommunikation deutlich vereinfachen. weitere Informationen.

Axon Lab AG

Axonlab ist Anbieter für Achilles™, einer modularen Praxis-Software für MAC oder Windows, die sich an die Bedürfnisse der modernen Arztpraxis richtet. Effizientes Arbeiten und eine gute Übersichtlichkeit (offene Patientenakte) sind durch schnelle Modulwechsel und die Volltextsuche gewährleistet. Achilles™ kann als Einzelplatzlösung genauso wie im Netzwerk eingesetzt werden. weitere Informationen

 

Handylife

Das Unternehmen Handylife wurde im Jahr 2000 gegründet mit dem Ziel, Software für den medizinischen Gebrauch zu entwickeln, die die tägliche Arbeit insbesondere von Ärzten effizient verbessern soll. Mit dem Programm Handy Patients Enterprise bietet die Firma eine elektronische Patientenakte, die auf Desktop-Computern, Laptops, TabletPC's und UMPC's angewendet werden kann. weitere Informationen

 

MediData

Als massgebender Informatik-Dienstleister für elektronische Gesundheitsdienste in der Schweiz und in angrenzenden Regionen bringen wir mit effizienten IT-Lösungen Leistungserbringer (Ärzte, Apotheken, Spitäler, Labors, Pflegheime, Spitex, etc.), Kranken- und Unfallversicherer, Kantone sowie Patienten zusammen. Unser Ziel ist die Vernetzung aller Beteiligten im Schweizer Gesundheitswesen und somit das Ermöglichen eines effizienten Informationsaustausches und die Sicherstellung von optimalen Prozessen. Weiter Informationen.

 

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